Sonntag, 2. Oktober 2016

Gone Cat - Die stumme Zeugin

Sam Gasson (346 Seiten)


Ein Mord, zwei Detektive und eine Zeugin, die nicht sprechen kann.
Jim Glew ist Privatdetekiv, doch sein Herzleiden zwang ihn in den vorzeitigen Ruhestand. Sein elfjähriger Sohn Bruno ist begeisterter Fan von TV-Krimis - für ihn lauert das Verbrechen überall. Er liebt nur eins mehr als Detektiv zu spielen, und das ist seine Katze Mildred. Nur zu gern würde er die Welt einmal aus ihrer Perspektive sehen. Daher bindet er Mildred ein Kamera-Halsband um, ein Halsband, das plötzlich von größter Wichtigkeit ist. Denn als die Nachbarin Poppy Rutter brutal ermordet wird, findet die Polizei blutige Pfotenabdrücke am Tatort. Aber wo ist Mildred mit ihrer Kamera?

Ein 11 jähriger Junge der zusammen mit seiner Katze Fälle aufklärt? Klingt irgendwie lustig.
Zu Beginn wird ein Teil der vorkommenden Charaktere vorgestellt. Familie Glew, bestehend aus Vater Jim (Exprivatdetektiv), Mutter Helen (Lehrerin) und Bruno (Schüler und Privatdetektiv). Gegenüber wohnt Familie Rutter, Vater Terry, Mutter Poppy und Sohn Dean (Freund von Bruno), auch andere Menschen der St. Andrews Road sind wichtig. Dort gibt es den Süßigkeitenladen von Mr. Simner der von Mrs. Simner seit seinem Tod geführt wird. Dazu den neugierigen Alan, Rentner der komischen Damenbesuch empfängt. Und den Punker Leon, der viele Tattoos hat und am liebsten Gras raucht.
Die Personen, gemeinsam mit seiner Katze Mildred, bilden fast das ganze Umfeld von Bruno. Die kann er nämlich auch alle gut über sein Dachfenster beobachten. Als dann die Mutter seines besten Freundes Dean getötet wird, schwört Bruno die Fälle aufzuklären, aber auch Jim möchte sie lösen. Gemeinsam mit Mildred (Kamerahalsband) probieren sie die Mordnacht zu rekonstruieren. Doch da tauchen noch mehr Personen in der Straße auf, welche Bruno gar nicht kennt. Hatte Poppy etwa eine Affäre? Und wer ist der Mann mit den zerkauten Schuhen?
Ein wirklich erfrischender Krimi, nicht wirklich Anspruchsvoll, aber doch kein Kinderbuch. Zuerst dachte ich, dass es in die Richtung geht. Der Protagonist ist erst 11, sein engster Vertrauter eine Katze. Aber die Sprache und die Grausamkeit passt nicht dazu. Wie die Tat beschrieben wird und was sonst noch alles ans Licht kommt, sollte von 11 Jährigen Kindern auf jeden Fall ferngehalten werden!
Die Sprache verändert sich allerdings je nachdem um wen es im Kapitel geht. Alles was um Bruno geht, ist sehr kindlich geschrieben, wenn es um Jim oder Helen geht wird sich allerdings einer erwachseneren Sprache bedient.

Ich hab irgendwie gefühlt ewig keine Krimis mehr gelesen, um da wieder rein zu kommen oder einfach nur eine seichte Geschichte mit etwas Grausamkeit bevorzugt, ist bei diesem Buch auf jeden Fall richtig. Wer auf griesgrämige Ermittler mir seltsamen Marotten steht, der ist bei diesem Buch eher falsch.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen