Sonntag, 17. April 2016

der rechte weg

Brigitte Blobel (296 Seiten)


Linda ist wütend. Ihr Exfreund hat sie wegen einer Türkin verlassen, ausgerechnet. Noch dazu sollen in ihrem Dorf zweihundert syrische Flüchtlinge aufgenommen werden – laufen bald nur noch glutäugige Schönheiten durch die Straßen, die den Jungen den Kopf verdrehen? Auch ihre Eltern, die Fremdenzimmer vermieten, fürchten, dass bei den vielen Asylanten in der Stadt weniger Gäste kommen. Linda nimmt an einer Demo gegen die Flüchtlinge teil und lernt eine Gruppe Jugendlicher kennen, die genauso denken wie sie – nur noch radikaler. Linda macht mit, lässt ihrer Wut freien Lauf. Und gerät in einen Strudel, aus dem es kaum ein Entkommen gibt ...

Linda bzw. Gelinde wächst in einer Kleinstadt in der Nähe von Weimar auf. Als sie ihren Freund Dennis, mit dem sie seit 14 Monaten zusammen ist mit einer anderen sieht, kann sie das nicht verstehen. Sie war der festen Meinung, dass zwischen den beiden alles perfekt läuft. Traurig und verletzt weiß sie jedoch nicht an wen sie sich wenden soll, ihre Eltern können das sowieso nicht verstehen und durch Dennis hat sie ihren Mädels so langsam allen den Rücken zugekehrt. 
In der Schule wird Linda dann von Hannes angesprochen, er möchte Schulsprecher werden und das Linda ihm seine Stimme gibt. Dazu lädt er sie ein, gemeinsam mit ihm und seinen Freunden gegen das Asylbewerberheim das in der Stadt eröffnet werden soll zu demonstrieren. Ihre Mutter ist auch gegen Flüchtlinge und finden das ganze interessant, ihr Vater dagegen. Trotzdem schaut sie sich die Demo an und geht danach auch mit ins Stammlokal. Hannes ist so anders als Dennis. Vorsichtig, wohlerzogen, er kann so toll sprechen und Argumentieren. 
Schnell ist Linda verknallt in Hannes und er scheint auch was für sie zu empfinden, doch seine Freunde, seine Kameraden, die sind irgendwie seltsam… Als die ersten Asylbewerber ankommen weiß Linda nicht wie sie sich verhalten soll, ist sie nun für oder gegen Ausländer?

Eine fesselnde Geschichte aus zwei Sichten. Einmal Linda, die den Hauptpart einnimmt und dann immer wieder auch Passagen aus der Sicht von Jacub, einem syrischen Asylbewerber. 
Die Thematik ist sehr interessant, aber die Protagonistin Linda kann mich nicht so richtig überzeugen. Andererseits, naja… ich war noch nie in so einer Situation, aber als Leserin dachte ich von Anfang an, dass Linda doch sofort sehen müsste das das Nazis sind.
Vielleicht ist das anders weil die Geschichte im Osten von Deutschland spielt und im Ruhrgebiet natürlich alles kulturell viel weitgefächerter ist…


Der Ansatz und eigentlich auch die gesamte Geschichte hat mir gut gefallen, es sollte viel mehr Bücher gegen Nazis gegeben!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen