Samstag, 2. April 2016

Chatroomfalle

Helen Vreeswijk (304 Seiten)


Ein regnerischer Tag im Juni, irgendwo in der niederländischen Provinz. Zwei Mädchen liegen bewusstlos hinter einer Bushaltestelle. Was ist passiert?
Marcia und Floor kennen sich seit der siebten Klasse. Nach der Schule treffen sie sich, um im Internet zu surfen. Denn richtig süße Jungs lernt man nur im Chatroom kennen, davon ist Marcia überzeugt. Dass manche Jungs sie auffordern, sich auszuziehen, macht die Sache nur noch prickelnder. Was können ihnen die Typen hinter ihren Rechnern schon anhaben? Da landet das Angebot einer Modelagentur in Floors Posteingang. Im Internet bewundern die Mädchen die tollen Bilder der Models - um sich dann voller Hoffnungen auf den Weg zum Fotoshooting zu machen.


Floor ist schüchtern, liest gerne, macht sich nicht viel aus ihrem Äußeren – Marcia ist genau das Gegenteil. Immer etwas aufgedreht, laut, hübsch, möchte immer die Schönste sein. Aber genauso wie die beiden Unterschiedlich sind, gehören sie als beste Freundinnen zusammen.
Zuerst chattet nur Marcia mit vielen unterschiedlichen Jungs auf Flirtportalen, Floor weiß nicht wirklich was damit anzufangen, besonders nachdem ein Unbekannter vor der Webcam für die beiden masturbiert, fühlt sie sich eher abgestoßen. Doch Marcia überredet sie, auch einfach mal ein paar Fotos online zu stellen und zu schauen, ob nicht DER Typ sich meldet. Stattdessen kommt es allerdings etwas anders. Floor bekommt ein Modelfotoshooting angeboten. Das Ganze wirkt professionell und Marcia ist direkt Feuer und Flamme, sie will auf jeden Fall dabei sein, ihre Freundin darf sich diese Chance schließlich nicht entgehen lassen. Gemeinsam mit Floors Mutter, bekommen sie Floor dazu zum Friseur zu gehen und generell mehr aus sich zu machen. Nach einem Probeshooting, das für beide gut verläuft, werden sie zu einem Tagesshooting in der Agentur eingeladen. Dort allerdings verläuft nicht alles so wie die beiden sich das vorgestellt haben, denn der Agenturchef verlangt das sich die beiden immer weiter ausziehen und als diese nicht mehr wollen kommen sogar Drogen ins Spiel…

Ab diesem Punkt hat der Leser nicht nur die Sicht der beiden Mädels, sondern es kommt zu polizeilichen Ermittlungen. Für mich war danach zu wenig über die beiden da und zu viel Polizei. Ich hätte gern noch mehr zu ihnen erfahren, wie sie mit der Tat umgehen und wie die beiden sich verändern.

Trotzdem ist das Buch sehr flüssig und zügig zu lesen. Ein Jugendbuch klar, aber gibt es diese Probleme nicht auch noch danach? Das Internet ist so groß, wer weiß da schon was mit meinen Daten geschieht, geschweige denn wer all die Bilder die man so per WhatsApp verschickt, sonst noch so sehen kann…

Für mich war dieses Buch eine gelungene Abwechslung von den ganzen Fantasy Romanen die ich sonst so lese. Deswegen habe ich mir auch „Die Partypille“, ebenfalls von Helen Vreeswijk besorgt. 

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