Samstag, 2. April 2016

Abgründig

Arno Strobel (240 Seiten)


Eine Bergtour. Ein Unwetter. Ein Mord.
Eingesperrt auf engstem Raum, ohne Aussicht auf Rettung, erkennt man ganz neue Seiten an seinen "Freunden".Hässliche Seiten.Tödliche Seiten ... Geplant war eine lässige Bergtour - auf eigene Faust auf die Zugspitze und wieder zurück, bevor die anderen im Camp etwas merken. Doch als die kleine Gruppe um Tim am Morgen aufbricht, scheint das Unglück vorprogrammiert. Sie geraten in ein heftiges Unwetter und müssen in einer verlassenen Hütte Unterschlupf suchen. Sie wissen nicht, wo sie sind, sie haben keine Möglichkeit, mit dem Rest der Welt Kontakt aufzunehmen, und sie sitzen fest. Solange Sturm und Regen toben, ist an einen Abstieg nicht zu denken. Zunehmend liegen die Nerven blank und Vorwürfe machen die Runde, schließlich kommt es sogar zur Prügelei. Am nächsten Morgen ist einer von ihnen verschwunden. Zurück bleibt eine Blutlache - und die Frage, ob es unter ihnen einen Mörder gibt.

Tim wohnt in Saarbrücken und möchte unbedingt mal die Berge kennen lernen. Von denen gibt es ja nicht besonders viele im Saarland. Dies möchte er in einem Feriencamp für Jugendliche tun, doch schon bevor er richtig angekommen ist, trifft er am Bahnsteig auf Ralf – einen Riesenangeber, der sich ach so gut in den Bergen auskennt und aus München kommt. Von Beginn an weiß Tim nicht besonders viel mit Ralf anzufangen und ist froh, dass die beiden nicht in einer gemeinsamen Hütte untergebracht sind. Doch Ralf ist es egal wo er schlafen soll, er schart schnell eine kleine Gruppe von Jugendlichen (auch Mädchen um sich). Da Tim Lena süß findet, die auch irgendwie zu Ralfs Anhängern gehört, schließt er sich der Truppe doch an. Schnell wird ihnen im Camp aber langweilig. Immer die gleichen Hügel zu besteigen und statt richtiger Wanderungen mit Kletteranteilen, stattdessen nur langweilige Spaziergänge.
Da schlägt Ralf vor auf eigene Faust die Zugspitze zu erkunden. Er kennt sich schließlich aus, war schließlich mit seinem Vater schon oft genug oben. Nachdem er alle, einschließlich mit Lenas Hilfe auch Tim davon überzeugt bekommt, beschließen sie am nächsten Morgen aufzubrechen.
Doch dann wird die Wanderung viel schwerer als erwartet und das Wetter schlägt um. In Regen und Sturm probieren die Jugendlichen irgendwie zu überleben. Als sie eine Hütte erreichen wird es aber nicht besser sondern schlimmer, denn am nächsten Tag ist Ralf weg – und überall ist Blut. Besonders auf Tims Händen und in seinem Gesicht. Doch ist er wirklich ein Mörder? Er selbst kann die Frage nicht beantworten, schließlich hat er als Schlafwandler auch schon einmal seine Mutter verletzt und dazu noch der ganze Wodka…

Seit ich im März bei einer Lesung von Arno Strobel und Ursula Poznanski im Stuttgarter Senatorium war, wollte ich nach „Fremd“ unbedingt mehr von den beiden Lesen. Das Buch hat mich auf jeden Fall von Arno Strobel noch weiter überzeugt. Am Anfang geht es viel um den Konflikt zwischen Tim und Ralf, eben auch wie bescheuert Ralf sich verhält und wie sympathisch Tim dagegen ist. Für mich wurde es dann aber deutlich spannender und kurzweiliger als Lena dazu kommt. Ein kleines bisschen Lovestory schadet ja nicht, auch wenn diese zum Glück auch nicht zu sehr in den Vordergrund gerät. Stattdessen wird Tim durch das Schlafwandeln immer interessanter, genauso wie einige Fakten die so einfließen, z.B. das jede zweite Kind schon mal Schlafgewandelt ist.


Für mich war es definitiv nicht das letzte Buch von Arno Strobel das ich lesen werde. Die Geschichte hat mir gefallen, aber ich wusste auch das es ein Jugendbuch ist. Als Thriller für Erwachsene bestimmt auch geeignet, aber die sind ja meist noch deutlich grausamer. Mehr so wie „Fremd“. ;)

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